Hier finden Sie Hör-Dateien mit Texten und Gebeten zur Karwoche und zu Ostern – beginnend am Palmsonntag und endend am Ostermontag.
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ein hoer weg

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gemeindemitglieder

"Denn so spricht der Herr, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehret und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht.,,, Jes. 30,15"

Diese Worte sind in eine ganz bestimmte geschichtliche Situation hineingesprochen, die wir uns kurz in Erinnerung rufen müssen, um zu verstehen, welche Geisteshaltung hier kritisiert und welche gefordert wird.

Israel wird von den Assyrern beherrscht. Es ist das 8 Jh v.Chr. Das lastet auf den Menschen und kränkt ihren Stolz. Doch die Großmacht schwächelt und die Machthaber in Israel sehen eine Chance, die Schwäche des Gegners auszunützen und sich mit Hilfe der Ägyptern von der assyrischen Oberherrschaft zu befreien. In dieser Situation rät, nein fordert der Prophet umzukehren, weg vom politischen Aktivismus hin zum stillhalten und aushalten.

Ich kann die Menschen von damals so gut verstehen. Das liegt uns doch auch so nah. Wir wollen etwas machen, unser Leben in die Hand nehmen, nicht nur alles über uns ergehen lassen. Schon spürt man die Ungeduld: Wie lange müssen wir noch die Vorsichtsmaßnahmen ertragen? Ist es nicht bald genug? Sollen und können wir nicht bald wieder unser gewohntes Leben aufnehmen? - jedenfalls die meisten von uns und nur noch die, die wirklich gefährdet sind, müssen in Deckung bleiben. "Wenn ihr umkehrt und stille bliebet, so würde euch geholfen…" ist das jetzt nicht wieder so eine Situation, in der wir uns zurücknehmen müssen? Geduld haben, abwarten bis wir klar sehen. Die Stille um uns aushalten, dass wir gerade mal nichts tun können, jedenfalls nichts Entscheidendes. Wie schwer ist das?! Aber heißt das, dass nichts geschieht, nur weil wir nichts tun, nicht die Initiative ergreifen?

Ja das ist es! Wer hat die Initiative?! Liegt sie nicht bei Gott? Darf ich nicht darauf vertrauen, dass der Moment kommt, an dem klar ist, dass die Zeit der Gefahr auch für die anderen vorüber ist und wir mit gutem Gewissen und alle zusammen wieder ins Leben zurückkehren. "Stille sein und hoffen" das heißt für mich in gespannter Erwartung auf Gottes Initiative warten. Solange halte ich mich zurück. Jetzt jedenfalls noch und dann wird sich ein Weg zeigen, der sicher und gut für alle zu beschreiten ist. So spricht das Prophetenwort zu mir in dieser Zeit. Umkehren, - nicht sich gegen die Verhältnisse auflehnen sondern still ertragen bis Gott hilft und diese Hilfe wird klar und deutlich sein, ein Abflauender Epidemie, für alle spürbar.

Der Nachsatz gibt allerdings auch zu denken - der Prophet macht sich keine Illusionen. "Aber ihr wollt nicht…" Ihr wollt nicht auf Gott warten. Ihr nehmt euer Schicksal lieber selbst in die eigene Hand. Wie ist es bei mir? Bin ich bereit mich neu auf Gott hinweisen zu lassen? Es auszuhalten, dass mein Leben in seiner Hand ist. Mein Leben in seiner Hand - das heißt, es gibt die richtige Zeit für unseren Einsatz. Jetzt besteht er darin alle Vorsichtsmaßregeln walten zu lassen, ein Abflauen der Epidemie abzuwarten und so gut es geht die Not der Menschen zu lindern für Gerechtigkeit zu sorgen, für andere da zu sein, aber auch die Stille auszuhalten. Das ist alles und das ist viel.

durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.

                                                                                Pfr.Dede

   

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