Liebe Gemeinde,
welch ein Engelwort: "geh nach Süden". Dort, wo es warm ist. In den Süden. Ich denke an mediterranes Leben. Viel Licht und wärmenden Sonnenschein. An Zypressen und Pinien, an Olivenbäume und Zitronen. Und das im Winter?

"Steh auf und geh nach Süden", Philippus - du Pferdefreund: 
so eineNamensdeutung. Steh auf und geh mit den Menschen, die dir begegnen. Und das tut der Pferdefreund dann auch. Philippus geht los. Die alte Handelsstraße von Tyrus nach Äthiopien. Sie führt über Gaza und Jerusalem. Er trifft auf Menschen. Erlebt sie mit ihren Fragen und Freuden, Leiden und Antworten. Steigt auf einen Wagen. Fährt mit. Erklärt und diskutiert. Lässt sich ein, auf das Gespräch. Begleitet den Kämmerer aus dem Morgenland. Den mächtigen und weisen Mann aus Äthiopien. Einem Mann, der am Hof der Königin Kandake dient. Und jetzt auf Reisen ist.

Philippus erklärt und deutet dem Kämmerer die Heilige Schrift. Was für eine schöne Aufgabe. Die Heilige Schrift in unser Leben zu setzen. Zu denken, diskutieren und Lebensweisungen zu erfahren. Durch die Heilige Schrift. Das bringt in Bewegung: Dem Leben in der Schrift begegnen. Die Schrift lebendig werden zu lassen. Und das alles gemeinsam, mit Schwestern und Brüdern neben mir. Sicher mit unterschiedlichen Meinungen. Jedoch im Miteinander.

Das wünsche ich mir und Ihnen für das Jahr 2015. Im Kirchenjahr mit seinen schönen Festen und seinem Rhythmus, der so erhaben ist.

"Steh auf und geh." Das gilt auch für unsere Gemeinde. Für Männer und Frauen und natürlich die Kinder. Nicht sitzen bleiben, sondern sich bewegen. Kinder tun das ja ohnehin. Sich aufmachen. Veränderungen zulassen. Auf dem Weg gehen, den Gott uns weist. Sein Wort hören. Ja - und was dann?

Der Pferdefreund - Philippus. Er wird zum Täufer. Tauft den Kämmerer aus Äthiopien, den Eunuchen. Übrigens einem begüterten und weisen Mann. Gottes Wort gilt allen Menschen. Auch denen, die aus der Fremde zu uns kommen.

Beide - Philippus und der Kämmerer - kamen sich näher. Die Heilige Schrift verbindet Menschen. Und jetzt gehen beide wieder eigene Wege. Diese Erfahrung gibt es wohl auch im Leben.

Und ganz am Ende der Geschichte. Da heißt es:

Er zog seinen Weg fröhlich. Ein Mensch ist getauft. Und erfährt Freude und Zuwendung. Was könnte ich Ihnen Besseres wünschen, als einen getrosten und frohen Lebensweg Anno DOMINI 2015. Nicht nur im Süden. Sondern in Hildburghausen und im ganzen Kirchenkreis.

                                              Ihr Superintendent E.F. Johannes Haak

   

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