Am 1. Advent 2004 wurde unsere Apostelkirche 230 Jahre alt. Wenn sie auch immer etwas im Schatten der Stadtkirche steht, war und ist sie eine wichtige Kirche für unsere Gemeinde. Sie ist die zweitälteste Kirche der Stadt und wurde im Jahre 1755-1774 als „Waisenhaus-Kirche“ im Stil der Spätrenaissance und des Frühklassizismus errichtet.

ApostelDer Innenraum ist schlicht und fast schmucklos mit zwei Emporen. Dem Kanzel-Altar gegenüber befand sich die Fürstenloge. Erst 1783 erhielt sie die Orgel von der Veste Heldburg. Nachdem die Verbindung zum Waisenhaus gelöst wurde, erhielt sie 1819 den Namen „Neustädter Kirche“. Im Jahre 1824 erfolgte die Vereinigung mit der reformierten Kirche (Hugenottengemeinde) zur Union. Auf der Eingangshalle wurde der kurze Turm (1833-34) auf 34 m erhöht und ausgebaut. 
Von 1820-1910 diente die Kirche auch als Friedhofskirche. Hier wurden die Verstorbenen aufgebahrt und nach Aussegnung und Predigt mit einem Leichenwagen zum Friedhof gebracht. Auch sind von 1775-86 in der Kirche sieben Persönlichkeiten der Stadt begraben worden. Nach der Schließung der Hofkirche 1847 erhielt die Kirche daraus zwei Holzstatuen, Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten.
1974 erhielt die Kirche eine Kleinorgel und die 650 Jahrfeier der Stadt wurde mit einer kirchlichen Woche begangen. Seit 1975 wurde die Apostelkirche zur Hauptkirche der Stadt, da die Christuskirche wegen eingeworfener Fenster und Bauschäden geschlossen wurde.
Wichtige Erhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen erfolgten 1982, sowie der Bau eines Rollstuhlweges. 1985 fand eine Ludwig-Nonne-Ehrung und 1986 ein ökumenischer Kindertag statt. Im Jahre 1989 wurde die Kirche zum Mittelpunkt des friedlichen Widerstandes gegen das SED-Regime. Nach der Wende kehrte der Alltag wieder ein. Nach der Einweihung der Christuskirche 1993 verlagerte sich der Gottesdienst wieder in die Christuskirche, aber die Apostelkirche wurde als Winterkirche und für besondere Veranstaltungen genutzt, so 1995 die Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Bombenabwurfs auf Hildburghausen und deren Opfer. 1998 erhielt die Kirche wieder ihr restauriertes Eingangstor. 1999 feierte die Apostelkirche ihr 225-jähriges Bestehen. Eine Notsanierung wegen Schwammbefall erfolgte 2000, gleichzeitig mit einer teilweisen Ausmalung. Seit Begründung der Kirche fanden hier immer wieder festliche Konzerte und Choraufführungen statt. Auch heute wird die Apostelkirche für besondere Anlässe genutzt.

   

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