(von 1009-1860) – eine Geschichtsstunde -

Familie Hessberg 01

Die Familie von Heßberg gehörte zum Uradel der fränkischen Reichsritterschaft, zuerst im Kanton Baunach, dann Rhön-Werra und auch in Hessen. Ein Heinrich von Heßberg wurde 1168 urkundlich genannt und wird deshalb als Ahnherr angesehen. Aus anderen Quellen geht hervor, dass schon unter Karl dem Großen an die Heßerger Ländereien Hessen und Franken Südthüringen zugewiesen wurden. Das einst reich begüterte Geschlecht besaß in seiner Blütezeit – etwas 14./15. Jahrhundert – ca. 50 Orte als Lehen, eigene Güter (Alodial), Zehnten und Gerechtigkeiten. Mit den meisten Lehen war die regionale Gerichtsbarkeit verbunden. In Orten mit mehreren Lehnsherren richteten diese gemeinsam.

In Heßberg saß die Familie auf ihrem Stammsitz nachweislich vom 12. Jahrhundert bis 1860, allerdings mit einer Ausnahmezeit von bis . In Eishausen saß ein Familienzweig von 1363 bis 1810, in Bedheim von 1439 bis 1779. Weitere Verzweigungen waren kurzzeitig z.B. in Weitersroda, Brünn, Neuhaus, Reurieth, Schnotzenbach, Meeder, Heldritt, Bockstadt usw. Im Bamberger Stift werden 16 Domherren v. Heßberg erwähnt und im Würzburger Stift 18, davon auch einige Dechanten und zwei Bischöfe, dazu später. Kirchengründungen wurden erwähnt in Adelhausen (1484), Weitersroda (1513) und in Walldorf, ebenfalls Anfang des 16. Jahrhunderts, natürlich auch in Heßberg u. A.
Zwei Äbtissinnen werden genannt, 1398 Margaretha in Veilsdorf und 1558 Margarethe im Bernhardinerinnenkloster Wachterswinkel. Theologen v. Heßberg sind bekannt: 1380 Hermann in Salzungen und Wasungen, 1322 Otto v. Heßberg in Eisfeld, durch ihn kam Schwarzenbrunn an Eisfeld. Die älteste Schreibweise Heßbergs wird mit Dispargum bezeichnet, zur Zeit des fränkischen Königs Clodio. Andere Ortsnamen zwischen 1042 und 1674 waren Hesseburg, Hessaburgk, Hasbark, Hayspurk, Heszburg, Hassbergk. In der Heßburger Memorabilia werden die Reste einer Burg auf der Leite genannt (Wartenberg). Im Kellereingang waren noch im 18. Jahrhundert die Initialen eines Bernhard v. H. zu erkennen.
In der Heßberger Kirche erinnern der Schlussstein des Altarraumes, mit dem Heßberger Wappen, drei Epitaphe und zwei Steinstatuen an die Gründerfamilie. Der Grabstein von Wilhelm v. H. mit seiner Frau Brigitte ist an der Nordwand zu sehen (eine Arbeit von Bernhard Friedrich). Eine Grabplatte von dem noch kindlichen Hans-Karol v. H. Ist in die Innenseite des früheren Südeingangs der Herren v. H. eingelassen. Das 3. Epitaph hat ein geistliches Thema, der gütige Gottvater in seiner Dreieinigkeit mit Christus und dem heiligen Geist. Zu Füßen dieses Bildes standen ursprünglich die beiden Statuen von Hans v. Kotzau und seiner Frau Ursula v. Heßberg, die kurzzeitig das Gut Heßberg besaßen (1560). Zwei Hostienteller und 2 Kelche wurden von der Familie gestiftet. Schon vor der ersten Nennung des Ortes sind Ritter v. H. bei Turnierspielen verzeichnet. 1042 war in Halle ein Turnier, das einen Ritter v. H. nachweist. Er wurde geschlagen. Halle war zu dieser Zeit eine aufstrebende Wirtschaftsmacht, es herrschten die Salzgrafen und der Fürstbischof, denn Otto III. hatte sich für eine Pfalz in Magdeburg entschieden. Im 8. Turnier in Augsburg wurde ein v. Heßberg 1080 zur Schau gestellt. 1119 siegte Wilhelm v. H. im 9. Turnier und erhielt den ersten Preis. Weitere Turniere sind genannt 1235 Albrecht v. H. in Würzburg usw. 1387 sind 8 Heßberger in der Schweinfurter Turniergesellschaft genannt. Andere bekannte Rittergeschlechter in Franken waren z. B. die v. Berlichingen, v. Hutten, v. Bibra, Truchseß v. Wetzhausen, v. Guttenberg u. A. Sie alle hatten Eigentum, aber auch Lehen, die der Landesherr vergab bzw. kontrollierte. Bischof oder Graf z. B. die Henneberger oder Castell hielten auch Gericht auf festgelegten Höfen zu vorgegebenen Terminen z. B. in Osternach. Diese hohen Adligen banden den niederen Adel an sich durch Lehen und Schenkungen. Sie kontrollierten nicht nur die Vergabe sondern auch Pflege und Notwendigkeit. Bei Minderung eines Lehens musste es zurückgegeben werden. Lehen sicherte die soziale Lage von Adelshäusern und Bevölkerung. Oft bestand es aus Naturalien, manchmal wurden sie zur Zahlung von Schulden genutzt oder auch um Messen lesen zu lassen. Lehen wurden als Mannlehen, Sohn- oder Töchterlehen vergeben. Auch Rechte für Ungeborene konnten festgelegt werden, die sowohl bei Lehen als auch im Erbrecht fürs Alod (Eigentum) galten. Der Beurkundung von Lehen, Erbe und Verkäufen verdanken wir die meisten Nennungen von Namen. Geschichten aus dem Leben begegnen wir eher selten. Frauen wurden leider nur im Zusammenhang mit ihren Ehemännern oder einer Hochzeitsaussteuer einbezogen. So tauchten manchmal eine Kunna, Osanna, Nordua, Borcha oder Felitze u. A. neben ihren Männern auf. Namen aus Mythologien, der Kirche und besonderen historischen Ereignissen waren dominant. Bei den Herren zierte Lienhard, Erkinger, Hector, Max, Gorge, Cunetz, Apel, Eckelinus, Eckarius (Eucharius), Orttolf, Karius, Geyse und Greiff häufig die edlen Ritter. Familienzusammenhalt war existenziell notwendig. Die Heßberger hatten einen Familienvertrag, der das Miteinander festschrieb. Die Entscheidungen traf der Älteste, assistiert von zwei Beisitzern. Dieser Rat wurde turnusmäßig gewählt. Auch Ritterbünde regelten Rechtsfragen und Zugehörigkeiten. Im 16. Jahrhundert versuchte der Lehnsherr, Graf Castell, Lehen einzuziehen, das ein verstorbener Heßberger vererben wollte. Ein Gericht, bestehend aus einem Richter und 10 Assessoren verhandelte, alle aus der Ritterschaft. Die Heßberger gewannen diesen Streit, obwohl der Graf zu unfairen Mitteln griff und eine Prüfung anstrengte, ob die Heßberger edle oder schlechte Ritter wären. Wir dürfen sicher sein, langweilig ging es dabei nicht zu. Castell wurde verurteilt das Lehen herauszugeben.

Musik 13. Jahrhundert:
Von den zwei Würzburger Bischöfen besaß Heinrich Caseus (1203-1207) die Bischofswürde (Quelle Hans v. H., Berth. Knauer).Dem Beinamen Caseus wurde später noch das Wort Brot – Panem – hinzugefügt. Alle Bemühungen, diesen Beinamen im Heßberger Umfeld zu vererben, schlugen bisher fehl. Man kann deshalb davon ausgehen, dass Brot und Käse auf ein Gottesgericht hinweisen. Dem Delinquenten eines Schuldspruches wurden ein festgelegtes Quantum Brot und Käse in den Mund geschoben, das er ohne spucken, verschlucken ohne Krümel kauen musste. Das bekannteste Gottesgericht dieser Zeit war der Schwertkampf, dann folgte die Wasserprobe, der Lauf über glühende Kohlen usw. Käse und Brot waren also noch eine der humansten Prüfungen, die einem Geistlichen wohl das Gewissen erleichterte und einen Rückschluss auf seine Wesensart bietet. Dem 1189 gegründeten Veilsdorfer Kloster fühlte sich offensichtlich Bischof Heinrich auch schon als Domherr besonders verbunden. Bürger und Ritter von Veilsdorf aber wehrten sich so stark gegen diese Neugründung, dass Papst Cölestin 1195 mit einer Bulle Genugtuung für das Kloster anordnete. Schutzherren wurden die Herren v. Heßberg. Ritter v. Veilsdorf sind bis 1413 nachzuweisen. In einem Kleinkrieg der Grafen v. Henneberg gegen den Brandenburger Herzog unterstützten aus nicht ersichtlichen Gründen die Heßberger den Herzog. Das brachte den Grafen so in Wut, dass er gegen die Heßberger zog und das Geschlecht auslöschen wollte. Die Burg wurde beschädigt und das Dorf verwüstet. Von den Heßbergern wird im 13. Jahrhundert gesagt, sie hausten wie Raubritter, waren streitbar und fehdelustig. 1232 verfügte aber Bischof Hermann von Würzburg einen Schadenersatz an Konrad v. Heßberg. Graf Poppo v. Henneberg sollte außerdem den Wiederaufbau der Burg nicht hindern. 1244 wurde Hermann v. H. als Hauptmann nach Meran berufen. Schon 1283 heiratete Hermann v. Henneberg eine Catherina v. H. bei Hildburghausen. 1290 hat man einen Heßberger in Friedrichroda wegen Räuberei hingerichtet. Daraufhin zog sein Bruder Ludwig vor das Kloster Reinhardsbrunn und brannte es nieder. Die nun verschwägerten Henneberger schlossen 1292/93 einen Sühnevertrag zwischen dem Abt Marquard v. Reinhardsbrunn und den Brüdern Conrad und Albert v. Heßberg. Die Heßberger mussten einen Altar, ein ewiges Licht und Lehen stiften für den jährlichen Unterhalt des Klosters. Die Konfrontation führte zu dem Schlagwort „Pfaffen gegen Junker“. König Rudolf v. Habsburg ordnete an, das Kloster als Friedensgericht wieder aufzubauen. Die Einkünfte aus dem alodialen Weitersroda gingen für etwa ein Jahrzehnt an das Kloster Reinhardsbrunn. Schon 1296 wurden die Brüder Cuno, Conrad und Albert v. H. als Zeugen bei einem Verkauf genannt.

Musik 14. Jahrhundert:
Beim Lesen der Aufzeichnungen von Otto v. H. fanden sich einige Texte in althochdeutsch, die durch sprachliche Finessen manchmal wie Stilblüten erscheinen. So z. B. ein Eintrag „Anna v. H. gibt bekannt, dass ihr der Bischof von Würzburg 30 Gulden für ihren Mann gezahlt habe.“ Oder die Aufzeichnung einer Erbfestlegung. Da heißt es: „Frau Elsbeth wurde abgerichtet.“ Solche Texte fördern natürlich die Freude am Durchsehen, auch wenn es sich zumeist um juristische Berichte handelt. Schon im 14. Jahrhundert werden Heßberger in höfischen und städtischen Positionen erwähnt. Die Wandlung vom schlagenden Ritter zur Verantwortung für das Gemeinwesen gelang kurzfristig. Für Kriegsdienste wurden den Rittern vom Landesherrn Dörfer und Städte verpfändet mit genauer Festlegung, wie viel Söldner sie in den Krieg mitzubringen hatten, wo im Feldzug ihr Platz im Heer war und wie sie ihre Knechte auszurüsten hatten. Die Ritter wurden auch als Edelknechte bezeichnet, die Vasallentreue schwören mussten. Anfang des 14. Jahrhunderts sorgten Kleinkriege für Plünderungen, Not Schrecken für die Landbevölkerung! Besitzstreit wurde z. B. häufig zwischen zwei benachbarten Landesherrn geführt oder zwischen Städten. Die Kriegserklärung ging an den Herrn und namentlich aufgeführte Ritter in einer Liste mit bis zu 60 Beteiligten. 1334 werden die Brüder Otto, Heinrich, Apel und Thietze v. H. gezwungen, auf ihre Rechte in Schmalkalden zu verzichten. Richter war ein Bernhard von Schrimpfe. 1344 hat Cunrad v. H. als Schiedsmann gearbeitet. 1317 wird ein Pfarrer Heinrich für Heßberg genannt, unter Eichinger v. H. 1337 werden die Brüder Apel und Otto v. H. für erlittenen Kriegsschaden vom Hochstift Würzburg entschädigt. 1357 müssen zwei Brüder v. H. dem Hochstift Lehensgehorsam schwören und nichts tun, was gegen das Hochstift gerichtet sei. 1343 gehören die Brüder Carl und Albrecht v. H. zu den Kandidaten einer Bischofswahl in Würzburg. Doch erst 1384 erhält der Domdechant und Erzpriester Albrecht v. H. die Chance, Bischof zu werden. Die Hälfte der Domherren wählte ihn, die Übrigen wählten einen Wittich von Bamberg. Letzterer zog daraufhin zum Papst nach Avignon und konnte mit Hilfe des Grafen Gerhard von Schwarzburg, dem er Würzburg versprach, die Bischofswürde in Zeitz/Naumburg erlangen. Der Schwarzburger erhielt Würzburg. Nach 3 Jahren Bischofswürde musste Albrecht aufgeben, denn Kaiser Karl IV. entschied für den Grafen. In dem Hochstift zeigte sich ein starker Einfluss über einige Domherren für die Heßberger (Karl, Apel, Albrecht usw.). Ende des 14. Jahrhunderts gab es Kriege zwischen der fränkischen Ritterschaft und Schweinfurt. Marisfeld ist 1398 ein Zankapfel und 1399 wurde Eisfeld zerstört. Dieser Krieg endete mit einem Vergleich in Lichtenfels. Verschiedenste Bündnisse sollten das Land befrieden, doch zumeist nur auf Zeit. 1397 verbündeten sich 11 Städte gegen Bischof Gerhard, der daraufhin floh und den Domherren Albrecht v. H., Witzleben, Maßbach und Wertheim das Hochstift überließ. Schloß Euerburg wurde im 14. Jahrhundert von Heßbergern erbaut und dann der Familie v. Bibra überlassen. Zu der Zeit war ein Sigmund v. H. 1. Minister in Brandenburg und Otto v. H. Hofmeister beim Stift Würzburg.

Musik 15. Jahrhundert:
1420 sandte König Sigmund Martin v. H. nach Minden, um den Besitz der Stadt einzufordern. In Uslar wurde der Unterhändler von Otto v. Braunschweig übel behandelt und floh. Auf Schloß Plesse verlor er den Sendbrief und musste erfolglos zurückkehren. 1435 zogen die Markgrafen Johann und Albrecht v. Brandenburg zum Hl. Grab in Jerusalem unter Beteiligung von fränkischen Rittern. Von 1423 – 1456 erließen Bischöfe und Grafen Einungsbriefe zur Befriedung des Landes, die gegenseitige Hilfe festschrieben, Schutz- und Trutzbündnis der fränkischen Einung. 1478 begann Eucharius v. H. den Neubau/Umbau des Castrum, das 1481 als Reliquie des Altertums bezeichnet wurde. 1429 bekam die Kirche ihren Turm im Fachwerkbau. Die Burg wurde rund gebaut, mit Wallgraben, Turm, Zugbrücke und Burgverlies. Im NW ein zweistöckiger Aufbau. 1493 schließen die Heßberger einen Familienvertrag, der dem Ältesten und zwei Beisitzern das Recht verleiht, Entscheidungen bei Familienstreit, Turnierbeteiligung, Abfindungen für Töchter und geistl. Söhne und Verkaufsrechte zu treffen. Die Ältesten werden für 3 Jahresfristen gewählt. Catharina von Heßberg, Witwe von Dietrich v. H., heiratet 1463 Wilhelm III. v. Sachsen-Weimar (der Großmütige). Sie bekam Schloß Roßla als Eigentum und Witwensitz zugesprochen. Spätere Erbstreitigkeiten für ihre Söhne mit den Heßbergern wurden vom Landesherrn entschieden.

Musik zu Reformation:
Im 16. Jahrhundert waren durch Studium und große Talente Bürgerliche zu hohen Ämtern gekommen und die Adligen verstanden, dass die Zeit der Ritterspiele vorbei war und sandten ihre Söhne zu Studien in die großen Metropolen. Die Wissenschaft hatte ihren Siegeszug von den Hochkulturen Mesopotamiens, über Griechenland, dessen Blütezeit die abendländische Kultur wesentlich prägte, und die arabischen Länder wie auch über den Südwesten Europas bis in dessen Zentren vollendet. Viele Universitäten entstanden, die einen Aufbruch der Kleinstaaterei anschoben. Aus Wittenberg kamen aufrührerische Töne, die schnell in einigen Regionen Fuß fassten. Heßberg, inzwischen Senioratsvogtei, bekam die hohe Cent über Mord, Diebstahl und Notzucht, war noch immer das Zentrum der Familie, wenn auch die praktische Verwaltung in Hildburghausen angesiedelt war. 1511 wurde in Jena ein Landtag einberufen, an dem alle Ritter teilzunehmen hatten. Wer fehlte, wurde nicht mehr zu Rittertagen eingeladen. Sechs Heßberger waren eingetragen. 1523 nahm Nikolaus v. H. an einem Synodrium in Coburg teil. Im Ergebnis dessen konnte 1524 auf der Basis der Neuordnung der Gottesdienste eine Coburger Kirchenordnung durch Johann v. Sachsen eingeführt werden. 1528 entstand durch Oswald v. H. eine Vikarie in Eisfeld. Im gleichen Jahr legte Wilhelm v. H. für Heßberg neue Lehen fest, um das Auskommen eines Prediger zu sichern. 1514 gab es heftige Streitigkeiten zwischen Bürgern und Rittern um die bislang den Bürgern gehörenden Brau- und Schankrechte. Auch der Landesherr sicherte sich einige der besten Orte. 1568 erwarb ein Ritter Kotzau, Rat in Coburg und mit Ursula v. H. verheiratet, das Gut Heßberg. Er gab geraubtes Geld und Gut zurück an die Kirche. Noch im gleichen Jahr starb Kotzau, der aus dem Regnitztal (Hof) stammte und vermutlich slawischer Abstammung war. Claus v. H., Sohn des Geyss v. H., erhielt Lehen in 6 Orten, darunter auch in Eisfeld. Als er auf einem Waldspaziergang einem Bettler begegnete, bot er diesem mangels Geld seinen Ring an. Der lehnte entsetzt ab, um nicht als Dieb verrufen zu werden. Inzwischen studierten in Wittenberg drei Heßberger (Gysson 1509, Hector 1511 und später Hieronimus 1545). Claus wurde Assessor in Coburg und in den 20er Jahren Amtmann auf der Veste. Dort dürfte er wohl Martin Luther begegnet sein, der 1530 einige Monate auf der Veste Coburg lebte. Offensichtlich hat ihn Luther so überzeugt, dass er an der Übergabe der Augsburger Konfession teilnahm und von Melanchthon als engagierter Kämpfer für die Reformation gelobt wurde. Auch in der übrigen Familie fasste die neue Lehre Fuß. Thomas v. H. in Weitersroda, Sohn des Eucharius und Neffe von Claus, bestellte einen Prediger für Weitersroda und Bürden, weil sich das Kloster Veilsdorf, bisher für diese Predigtstellen verantwortlich, gegen die Reformation wehrte (1525). 1535 wurde Claus Amtmann in Münnerstadt, wo es für ihn ein Epitaph in der Stadtkirche gibt. Er könnte 99 Jahre alt geworden sein und soll am 6.2.1539 in Münnerstadt gestorben sein. Auch seine Vorväter und Söhne erreichten ein hohes Alter. 1619 bittet Anna Kunigunde v. H. Herzog Casimir, ihren Sohn am fürstlichen Hof aufzunehmen, weil er keine Lust für das Gymnasium zeigt. Daraufhin wird Hans Philipp dem Amtmann von Königshofen unterstellt mit der Auflage, ihn streng zu erziehen und auch sein Geld zu verwalten. 1605 gab Hans Andreas v. H. der Pfarrei und Schule zu Reurieth 1000 Gulden, bis der reine evangelische Glaube dort gelehrt wird. Von 1614 bis 1884 spendet eine Stiftung jährlich am Karfreitag für alle Ortsangehörigen ein Karfreitagsbrötchen. In den Berichtszeitraum fiel auch der Siegeszug des Geldes, das mit der Industrialisierung über Status und Einfluss entschied, nicht mehr überwiegend durch Eigentum und Naturalien. Persönlichkeit prägte sich nun über die Position in der Arbeitswelt. Die Fülle der Aufzeichnungen legt eine Weiterarbeit nahe. Ggf. könnte im nächsten Jahr, dann aber
tatsächlich im Sommer, eine Fortsetzung erfolgen. 1745 schrieben die Statuten zur Aufnahme in ein Mädchenstift der evang.-luth. Fräulein vor, dass acht adlige Ahnen nachzuweisen sind. Sie haben 400 Gulden Rezeptionsgeld zu zahlen mit der Garantie der Rückgabe bei Ausscheiden aus dem Stift. Wobei die Praxis nicht unbedingt korrekt war. Ein Vorstand entschied über die Stimmberechtigung bei der Wahl einer Pröpstin oder anderer Stiftsdamen. 1715 war Wilhelm v. H. Weissenfelser Vizekanzler in Wien. Noch einige Worte zu Weitersroda: Es war alodial und centfrei von 1386 bis 1570. Das Schloß hatte Rundtürme, Durchfahrt, Wendeltreppe, Wallgraben und eine Kapelle. Letztere ließ Eucharius v. H. 1513 vom Würzburger Bischof weihen. 1818 kauften die Heßberger ihren Stammsitz zurück, das Gutshaus wurde neu gebaut, die Burg eingelegt und ein schlichtes Schloß nahm ihren Platz ein. Wasser kam aus Friedrichsanfang. Es benötigte 1 Stunde von der Quelle bis zum Schloß. 1831 wurde der von Heßbergsche Schlussstein im Keller des Wirtshauses eingeschlagen. 1849 musste die Braut von Carl v. H. eine Auswanderungsurkunde vorlegen und sich die Einwanderung in Hildburghausen bestätigen lassen. 1854 liehen sich die Heßberger beim Bäckermeister Otto in Hildburghausen 1000 Gulden, die sie 1860 zurückzahlten. 1859 verkaufte Carl Ernst v. H. Rittergut und Schloß an die Familie von Eichel-Streiber.

Zum Schluss bleibt noch die Aufgabe danke zu sagen:
– Frau Dr. Luise v. Heßberg, die uns die Aufzeichnungen ihres Vaters Otto v. Heßberg zur
    Verfügung stellte und für die freundliche Aufnahme
– Frau Leni Dannenberg, Frau Erika Truckenbrot und Frau Miriam Münch für praktische Hilfen
– Herrn Berthold Knauer für eine Ausarbeitung zu Bischof Heinrich von Hans von Heßberg

   

Copyright © 2012 Werbeservice & Notensatz Steffen Fischer, www.notensatz-s-fischer.de  Stand: 05.07.2017